Presse-Erklärung des spiel gut Arbeitsausschuß Kinderspiel und Spielzeug e.V. Ulm anlässlich der Spielwarenmesse Nürnberg 2000 ------------------------------------------------------------------------------------ Seit 46 Jahren beobachtet der spiel gut Arbeitsausschuß in Ulm den Spielwarenmarkt, zeichnet gute Spielsachen aus, informiert und berät Eltern, Erzieher, Lehrer, Hersteller und Händler. Kurz vor der Messe hat der spiel gut Arbeitsausschuß in Ulm sein neues Info-Buch für Eltern, ErzieherInnen, Händler "Vom Spielzeug und vom Spielen" herausgegeben, und dargelegt, dass das Spielen für Kinder die entscheidende, Glück und Entwicklung fördernde Tätigkeit der Kinder bis hin zur Pubertät geblieben ist. * Was Kinder in unterschiedlichen Altersstufen brauchen, * was ’gute' Spielsachen sind, * wie wir die Auswahl an Spielmaterial unterstützen können, * welche Haltung wir als Erwachsene einnehmen sollten, und viele andere mit dem Spiel und dem Heranwachsen der Kinder im Zusammenhang stehende Fragen sind in dieser einzigartigen Schrift auf knappe Weise von Fachleuten aus Medizin, Psychologie, Pädagogik, Design und Kunst zusammengestellt. Dieses Buch ist für DM 18,30 bei der Geschäftsstelle in 89073 Ulm, Neue Str. 77, Tel. 07 31-6 56 53 oder über die Internet-Seite zu erhalten (nur so kann der Preis so niedrig gehalten werden). Auch auf die Tatsache, dass immer mehr Kinder und vor allem Jugendliche den Computer als Spielzeug entdecken und nutzen, hat der spiel gut Arbeitsausschuß reagiert und eine Schrift zu dieser Thematik herausgegeben: "Computer- und Videospiele für Kinder" die für DM 4,- ebenfalls in der Geschäftsstelle in Ulm zu beziehen ist. Entwicklungstendenzen und Notwendigkeiten: In der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche vermehrt auf elektronisches oder elektronisiertes Spielzeug treffen und es nutzen, sehen wir so lange keine Gefahr, so lange genügend Anreize und Alternativen offen sind, um die gesamte Breite ihrer Entwicklungsbedürfnisse befriedigen zu können. Damit dies geschieht, sollte die Gesellschaft allgemein und die Spielwarenindustrie im besonderen aktiv werden: 1. Notwendig scheint uns eine stärkere Innovation im Bereich der klassischen Spielwaren, so dass sich auch dort Entwicklungen ergeben, die immer wieder aufs neue die Aufmerksamkeit auf den großen Bereich * der Bewegung, Lokomotion und Körperbeherrschung, * des Hantierens, Tüftelns und Anfassens, * der Gegenständlichkeit, Schwere und Räumlichkeit, * der vielfältigen Verwendbarkeit von Spielzeug in unterschiedlichen Zusammenhängen * und der komplexen Interaktion in Familie und Gleichaltrigengruppe gelenkt wird, der nicht oder nur bedingt von der Elektronik eingenommen werden kann. Insgesamt zeichnet sich das Spielen gerade dadurch aus, dass das Kind/der Jugendliche der "Macher" ist, während die Elektronik die Kinder und Jugendlichen in ihren Möglichkeiten und Entscheidungen einengt oder gar steuert. Aus diesem Grunde können elektronische Spiele immer nur einen Teil der kindlichen Bedürfnisse abdecken und diejenigen, die sich vom Kind entsprechend seiner Logik und seinen Gefühlen gemäß steuern lassen, bleiben unverzichtbar und letztlich dominant! 2. Notwendig erscheint uns gleichzeitig, dass die Hersteller sich mit darum bemühen, dass ihrer Klientel in der Gesellschaft im echten wie im übertragenen Sinne der ’Raum' zugebilligt wird, den sie innerhalb und vor allem außerhalb der Wohnung für dieses Spielen benötigt. 3. Es sind Erlebnisparks (Spielplätze) und Aktionen zu planen und durchzuführen bzw. einzurichten, damit die Bedeutung dieses Spielens kultiviert werden kann. 4. Und die ErzieherInnen, LehrerInnen und Eltern selbst sind besser zu informieren, um die Möglichkeiten des klassischen Spiels und Spielzeugs vermitteln und es ermöglichen zu können. spiel gut, 1.2.2000 (verantwortlich: Prof. Dr. W. Roth)