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Diät zur drei Monats Kolik:
Im weseler Krankenhaus empfiehlt man eine strenge Diät der Mutter, damit der Darm des Baby´s so wenig wie möglich belastet wird.
Hierzu ein Bericht von Birgit (mit Carolin zu finden auf unseren Elternkontaktseiten).
In der folgenden Liste sind die Lebensmittel aufgeführt, die erfahrungsgemäß die Verträglichkeit der Muttermilch verschlechtern.
Zu beachten ist jedoch, daß jedes Kind individuell reagiert und einzelne Nahrungsmittel, die hier aufgeführt sind, gut verträgt und andere, hier nicht aufgeführte, evtl. nicht verträgt.
Kuhmilch und alle Milchprodukte ( verstecktes Milcheiweiß in Fertigprodukten beachten)
Hühnereiweiß ( auch hier ist auf verarbeitetes Material in Fertigprodukten zu achten)
Getreide: hauptsächlich Weizen, weniger Roggen
Gemüse: Tomate, Sellerie, Paprika, Zwiebel, Lauch, Knoblauch, Schnittlauch
Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen, Erdnüsse, Sojabohne
Südfrüchte: Orangen, Mandarinen, Limonen, Zitronen, Limette, Pampelmuse, Ananas, Kiwi
Nüsse: Haselnuß, Walnuß, Paranuß, Mandel
Fleisch: Schweinefleisch, Wurst aus Schweinefleisch
Fisch: alle Sorten, Schalen- und Krustentiere
Ölsaaten: Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam
Gewürze: Curry, Pfeffer, Zimt, Ingwer, Anis, Fenchel, Koriander. Generell sollten Gewürze weitestgehend gemieden werden.
Sonstiges: Hefeextrakt, Bierhefe, Bäckerhefe, Mohn
Zusatzstoffe: Konservierungs- und Farbstoffe meiden, d.h. keine Fertigprodukte in flüssiger oder fester Form trinken oder essen; es sei denn sie sind frei von Konservierungsmitteln, Farbstoffen oder Stabilisatoren
Nahrungsmittel, die geeignet sind:
Brot, Gebäck: Mais-, Reis- oder Roggenbrot (ohne Milch, Butter und Ei gebacken), Roggenknäckebrot, Weiß- und Toastbrot ohne Milch, Wasserbrötchen
Nährmittel: Reis, Reisflocken, Kartoffelstärke, Maisstärke, Sago, Rohr- und Rübenzucker, Traubenzucker, Gelantine, Corn flakes, Vanilleextrakt, Zitronenextrakt, Backnatron, Teigwaren ohne Ei, Grieß, Tapioka, Haferflocken, Hirse- und Gersteflocken
Gemüse: Salat, Rüben, Kürbis, Spargel, Artischocken, Kartoffeln,
Karotten, Blumenkohl, Broccoli, Gurken, Chinakohl, Wachsbohnen,
Chicoree, Mangold, Schwarzwurzeln, Zucchini
Obst: Apfel, Birne, Aprikose, Pflaume, Holunderbeere, Johannisbeere,
Kirsche, Pfirsich, Quitte, Sanddorn, Hagebuttenmark
Fleisch: Lamm, Huhn und Hähnchen, Pute Ente, Hase, Kalb und Rind sowie die
Wurst aus den erlaubten Fleischarten
Getränke: Tee, Wasser, Saft aus den erlaubten Obstsorten
Gewürze: Salz, Streupaprika, frische Kräuter wie Petersilie und Dill
Bitte darauf achten, daß die täglich erforderliche Kalorienanzahl nicht unterschritten wird, da eine Gewichtsabnahme während der Stillzeit zu einerErhöhung der Schadstoffkonzentration in der Muttermilch führt.
Bei Nahrungsmitteln, die auf keiner der beiden Listen stehen, ist die Un-/Verträglichkeit nicht bekannt. Ich habe sie dann einfach in kleinen Mengen ausprobiert.
Nach Aussage des Kinderkrankenhauses, in dem ich mit meiner Tochter zur Beratung war, kann der Grund für die Bauchkrämpfe eine Darmunreife sein. Mit dieser Diät wird die Muttermilch besser verträglich. Eine Umstellung auf Fertigmilch bringt da gar nichts. Also nicht entmutigen lassen und weiter stillen.
Bei etwa 25% der Kinder hören die Beschwerden ganz auf, bei weiteren 25% nehmen sie zumindest stark ab. Die Besserung tritt in der Regel nach 3-4 Tagen ein. Falls nach 2 Wochen keine Veränderung festzustellen ist, kann man die
Diät sein lassen. Die starken Blähungen, die die Kinder in der Zeit haben, sind nicht der Auslöser der Beschwerden, sondern nur eine verschlimmernde Nebenwirkung, da durch das Schreien viel Luft geschluckt wird.
Weitere Tips des Krankenhauses waren:
- Kurzzeitige Trennung von Mutter und Kind (Omas und sonstige belastbare Personen fragen); die veränderte Umgebung und andere Personen lenken das Kind ab.
- In der Apotheke (oder z. B. in Teeläden) gibt es eine Teemischung mit Fenchel, Anis und Kümmel. Der Kümmel soll bei Blähungen helfen.
- Einreiben des Bauches mit Kümmelöl (aber immer im Uhrzeigersinn reiben, da die Gedärme auch so "aufgewickelt" sind; gegen den Uhrzeigersinn macht es die ganze Sache nur schlimmer!!)
- Kind nackt ausziehen und "fahrradfahren" , am besten in Verbindung mit dem Kümmelöl
- Einige Kinderkliniken bieten die kurzzeitige Aufnahme der Kinder an, um den Müttern die Gelegenheit zu bieten, wieder einmal eine Nacht durchzuschlafen. Mit vorher abgepumpter Muttermich wird auch keine Ersatz nahrung benötigt. Die so gestärkten Nerven der Mutter sollen sich auch auf die Kinder übertragen.
- Blähende Lebensmittel, die nicht auf der verbotenen Liste stehen, sind natürlich weiterhin nicht erlaubt (z.B. Zwiebeln)
- Stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser, das die Mutter trinkt, verstärkt die Blähungen.
- Wenn das Kind 3-4 Monate alt ist, kann man langsam wieder ausprobieren, ob die Darmreife erreicht ist, indem man die Ernährung langsam wieder umstellt. Bitte nicht zu schnell wieder alles essen, da sich die Kinder an die veränderte Zusammensetzung der Muttermilch erst gewöhnen müssen. Zwei Wochen Umstellungszeit sind aber ausreichend.
- Die Kinder müssen nach jeder Mahlzeit aufstossen.
Fragen zum Thema bitte direkt an Birgit und Ralf Mellis,
Liebe Eva,
ich habe mit Interesse den Bericht über die Koliken gelesen. Toitoitoi, damit hatte Jule überhaupt keine Probleme.
Als Tip meinerseits:
Lt. der Liste gehört Weizen zu den blähenden Lebensmitteln. Das kann ich bestätigen, denn ich bin gegen Weizen allergisch. Wenn man ganz auf Weizen verzichten möchte, sieht es am Anfang so aus, als ob man vieles nicht essen kann.
Der ideale Ersatz für Weizen ist Dinkel. Es schmeckt genauso wie Weizen. Dinkel ist sog. Urweizen, d.h. nicht verzüchteter Weizen. Deshalb ist Dinkel nicht so ein Allergenträger wie Weizenmehl und somit sehr gut verträglich.
Dinkelmehl gibt es genauso wie Weizenmehl, d.h. genauso fein gemahlen. Type 405 Weizen entspricht Type 630 bei Dinkel. Man bekommt Dinkelmehl sogar von Goldpuder Mehl.
Verarbeitet wird das Dinkelmehl genauso wie Weizenmehl.
Feine Torten wie aber auch zum Andicken von Sossen oder zum Brotbacken -
alles möglich und schmeckt genau wie Weizen.
Vielleicht hilft dieser Typ kolikgeschädigten Mamis.
Alles Liebe und bis bald
Tips oder weitere Infos bitte an Eva und Thorsten Krian.
Letzte Änderung:02.11.97, Eva+Thortsen Krian